Technik & Innovationen

Geschichte der Barnimer Busgesellschaft

Wenn auch erst am 01. Januar 1992 als Barnimer Busgesellschaft mbH gegründet, kann das Unternehmen mit einer langen Historie aufwarten. Ihren Ursprung fand die BBG im „VEB Kraftverkehr Eberswalde“, der bereits am 01.04.1953 mit nur 30 Kollegen den Betrieb aufnahm. Mit nur wenigen Fahrzeugen der Vorkriegsproduktion, die auf dem Betriebshof in Westend abgestellt wurden, zeigte sich der Betrieb zuständig für den Güter-, Speditions- und Personenverkehr. Die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes, u.a. durch fehlende Ersatzteile, war in der Nachkriegszeit allerdings von vielen Hindernissen geprägt. Nur der große Einfallsreichtum, die Eigeninitiative und der ungebrochene Optimismus der Kollegen, ließen den Betrieb letztlich überleben. Davon unbeirrt erfüllten die Kollegen nicht nur die Transport- und Beförderungsleistungen, sondern bauten darüber hinaus fleißig am neuen Betriebshof, der im April 1956 in der Eberswalder Poratzstraße eröffnet wurde.

Der ersehnte Aufschwung erfolgte schließlich mit volkseigenen Fahrzeugproduktionen, wodurch die Arbeitsproduktivität und Leistungsfähigkeit im Betrieb insgesamt gesteigert wurde. Moderne Lademechanismen im Bereich Spedition ersetzten zudem die körperlich schweren Arbeiten.

Der Personenverkehr kam dagegen nur gemächlich in die Gänge. In den Betrieben Eberswalde, Bad Freienwalde und Bernau konnten nur mit einigen Bussen der Vorkriegsproduktion ein Anfang gemacht werden. Im Betriebsbereich Eberswalde wurde anfänglich sogar nur die Linie Joachimsthal - Bernau bedient. Schwerpunktaufgabe des Betriebes lag damals noch in der Erfüllung des Arbeiterberufsverkehrs, um die Arbeiter pünktlich zu ihren Arbeitsstätten zu befördern.

Das Aufgabenspektrum wurde später durch die Beförderung der Schulkinder, die vertraglich mit den Schulen vereinbart wurde, erweitert. Im Zuge diverser Umstrukturierungen verlor aber der VEB Kraftverkehr Eberswalde, dem 1963 noch die Kraftverkehrsbetriebe Bad Freienwalde und Bernau unterstellt wurden, 1970 einen wichtigen Teil der Entscheidungsfreiheit und wurde fortan durch den "VEB Verkehrskombinat Frankfurt (Oder)" geleitet. Nach der Wiedervereinigung erfolgte sogar die Herauslösung des "VEB Kraftverkehr Eberswalde-Finow" aus dem Kombinat und wurde in die Kapitalgesellschaft "Verkehrs- und Speditionsgesellschaft mbH" umgewandelt.
1992 wurde selbige Gesellschaft rückwirkend zum 01. Januar in zwei Kapitalgesellschaften aufgeteilt: Die "Barnimer Busgesellschaft mbH" war fortan als Betreiber für den Öffentlichen Personennahverkehr zuständig, "Eberswalder Speditionsgesellschaft mbH Dettendorfer und Partner" als Betreiber des Güterverkehrs.

Heute konzentriert sich die Barnimer Busgesellschaft als Dienstleister vorrangig auf die Erbringung von Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). 120 Busse der Barnimer Busgesellschaft rollen inzwischen für die Barnimer und Märkisch-Oderländer emsig durch die Region. 7,6 Millionen Kilometer werden dabei jährlich für die knapp 11 Millionen Fahrgäste zurückgelegt. Aus dem täglichen Stadt-Land-Bild sind die grün-weiß lackierten Busse unterschiedlichster Hersteller damit nicht mehr wegzudenken.

Mit insgesamt 55 Regionallinien besteht von Montag bis Sonntag ein breites Linienangebot, dass durch die zwei Gesellschafter, dem Landkreis Barnim und Märkisch-Oderland, in Auftrag gegeben wird. Gegenwärtig umfasst das gesamte Leistungsangebot jährlich 7,6 Millionen Fahrplankilometer im Barnim und Märkisch-Oderland.

Rund 300 Mitarbeiter der Barnimer Busgesellschaft und der 2002 gegründeten Tochtergesellschaft Verkehrsservice GmbH realisieren hierfür die täglichen Abläufe im Fahrdienst, der betriebseigenen Werkstatt oder der Verwaltung. Die Barnimer Busgesellschaft mit Hauptsitz in Eberswalde, zählt damit auch zu den größten Arbeitgebern in der Region.

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